Schnapsausschank Kreuzherrenecke

 

"Kneipen können Orte der Inspiration sein. Im geselligen Gespräch kreuzen sich die Ideen. Bei der geselligen Meditation vor dem Glas zieht die Welt Revue. Wie viele kreative Momente mögen sich in der Gaststätte "Kreuzherrenecke", kurz "Bobby" genannt, entzündet haben? Manches Bild, mancher Roman, sogar mancher Film mag hier eine entscheidende Wendung erfahren haben.

Künstlerfreundschaften bildeten sich an der Theke, festigten sich, gingen in die Brüche. Die künstlerischen Sparten - Wort, Bild, Gesang, Zelluloid - pflegten hier munteren Austausch. Die Ratinger Straße - mit "Ratinger Hof", "Uel", "Ohme Jupp" und "Einhorn" in der Nachbarschaft - war und ist wohl immer noch Düsseldorfs wahre Kunstmeile..."
(Zitat: Stephan von Wiese, Vorwort zum Buch "BOBBY, Bilder und Geschichten aus dem Schnapsausschank Kreuzherrenecke", Emons Verlag, Köln)

Schnapsauschank Kreuzherren Ecke 50er jahre

Frühstück oder Aperitif: Ein Alt geht immer
"Dommech emmol en Kölsch!". Betont lässig schiebt der Düsseldorfer sein Glas Richtung Zapfer. Der schaut nicht mal auf, und das Alt zischt hinein.Der Gast grinst - sein Ritual im "Kreuzherren Eck",Altestadt 14 an der Ecke Ursulinengasse. Eine Kneipe wie ein Wohnzimmer. Seit dem Eröffnungsjahr 1954 hat sich nicht viel geändert: 30 Quadratmeter mit Tresen, Schnapsregal, Barhockern und Fässchen. Was will man mehr? Hier füllt der Mensch den Platz. An so einem Ort beginnen die ausschweifenden Monologe über die Welt und was sie zusammenhält mit der Ankündigung:"Isch red' mal aus der Kneipe..."
In der Ratinger Sraße sind Generationen aufgewachsen, die hier weit mehr lernten, als Bier zu trinken. Im "Kreuzherren Eck" trafen sich die Künstler, und im "Ratinger Hof" tobten in den Achzigern die Punks. "Keine Atempause, Geschichte wird gemacht. Es geht voran", grölte die Szene, wenn im "Hof" die Gruppe "Fehlfarben" spielte. Oder die "Toten Hosen" oder "Mittagspause"...
(Zitat aus Merian Düsseldorf)

 

 

 

 

"...Im "Schnapsausschank Kreuzherrenecke" trifft sich aber nicht nur Prominenz. Diese Kneipe ist bei vielen Menschen beliebt, weil sie sich dort wohl fühlen und mit den anderen Gästen oder dem Wirt anregende und unterhaltsame Gespräche führen können. Wer die Altstadtkneipe besucht, gewinnt einen schönen Eindruck davon, was das Ambiente der Düsseldorfer Altstadt ausmacht. Geselligkeit und gute Stimmung sowie neue Impulse gehören dazu. Dabei ist diese Kneipe recht Bodenständig. Sie greift zwar neue Trends auf und lässt sich auch von den vielen Künstlern, die sie besuchen, mit manch neuem Gedanken inspirieren, aber sie ist nicht so kurzlebig, dass das, was heute in dort wieder out ist. Nicht umsonst sind viele der Besucher Stammgäste geworden, nicht nur treue Kunden, sondern Menschen, die dankbar sind für die gute Zeit, die sie in der "Kreuzherren-ecke" verbringen können..."
(Zitat: Joachim Erwin, Oberbürgermeister, Vorwort zum Buch "BOBBY, Bilder und Geschichten aus dem Schnapsausschank Kreuzherrenecke", Emons Verlag, Köln)




"Otto Schuster und seine Frau Trude, den Künstlern der Kunstakademie zugeneigt, lassen eine Kneipe am Kreuzherreneck gestalten.
Der philosophierende Kunst-Professor Grote, Horst Geldmacher und Günther Peltzer schaffen einen Ort der Schlichtheit, eine atmosphärische Innenarchitektur des Kargen, des klaren Geistes, im Kontrast zu den Altstadtwirtschaften gedrechselter Neurenaissance, burlesker Tradition. Flötchen bringt diesen Raum zum Klang, er zog uns magisch an, wir, die wir in der Kunstakademie studierten, die noch mit den Restwahrnehmungen der nationalsozialistischen Zeit konfrontiert sind, die sich neue eigene wahrhaftige humanitäre Grundlagen zu geben hoffen. Dies in der streitigen Atmosphäre bei Bobby, dem Wirt, der ausgleichend würfelnd den Glückszustand ins Spiel bringt..."


"...Diese sich bildenden Freundschaften, die Erfahrungen aus dunkler Vergangenheit, in Gedanken noch gegenwärtig, erlebten wir als Schatten in durchzechter Nacht bis zum Sonnenaufgang, man sprach, war vertieft, es wurde hell.
Der Morgen war häufig die Aufforderung zum Gehen, Bobby wurde für einen neuen Abend geschlossen, wir wandelten im Licht des Morgens zu unseren Zimmern in Untermiete oder schliefen in der Kunstakademie."
(Zitate: Prof. Günther Uecker, "BOBBY, Bilder und Geschichten aus dem Schnapsausschank Kreuzherrenecke", Emons Verlag, Köln)